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Wir unterstützen die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel,

weil diese moralisch geboten, wirtschaftlich vertretbar und gesellschaftlich machbar ist. Im Bewusstsein der Verpflichtungen unseres Landes und im Vertrauen auf die Kraft unserer Werte fühlen wir uns angesprochen von Angela Merkels Appell: Wir schaffen das! Und wir appellieren unsererseits an alle, die guten Willens sind: Fallen Sie nicht auf die schlichten Lösungen der großen politischen Vereinfacher herein, sondern reihen Sie sich in gelebter Solidarität in das große Wir der Vielen ein, die schon jetzt auf allen Ebenen helfen!

Die Ausgangslage

An den Rändern Europas haben Bürgerkrieg und Terror tausendfachen Tod gebracht und verbreiten weiter unermessliches Leid unter den Überlebenden. Vertreibung und Flucht haben Millionen, die alles verloren haben, entwurzelt. Die überfüllten Flüchtlingslager in der nah-östlichen Konfliktregion sind längst von Orten der Zuflucht zu Stätten der Verzweiflung geworden. Elend und Perspektivlosigkeit treiben die Menschen weiter auf die Flucht. Skrupellosen Schleusern zahlen sie, was ihnen noch geblieben ist, nur um an einen Ort zu gelangen, wo sie in Sicherheit und Frieden menschenwürdig leben können

Unsere Verpflichtung

Europa hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg, erst recht aber nach dem Ende des Kalten Krieges zu einem Kontinent des Friedens, der Freiheit und der Menschenrechte entwickelt. Deutschland als bevölkerungsreichste Nation und stärkste Volkswirtschaft im Herzen Europas ist im Rahmen des europäischen Einigungswerkes hehre Verpflichtungen eingegangen: Schon unser Grundgesetz (1949) ist geprägt von den traumatischen Erfahrungen, die der Nationalsozialismus über ganz Europa gebracht hat. Auch die Genfer Flüchtlingskonvention (1951/1963) und die Menschenrechtskonvention des Europarates (1953) entstanden unter dem Eindruck des gerade überwundenen Totalitarismus. Selbst die EU-Verträge bis hin zum Vertrag von Lissabon und der darin verankerten EU-Grundrechtecharta von 2007 stehen mit ihrem Asylrecht in dieser Tradition.

Unsere europäischen Werte

Die typisch europäische Vorstellung vom verantwortlichen Individuum und seiner verpflichtenden Rolle in der Gesellschaft speist sich aus mehreren Quellen: aus dem antiken Ideal der Humanität, dem christlichen Gebot der Nächstenliebe, der aufklärerischen Idee der Brüderlichkeit und dem politischen Appell zur Solidarität. Diese grundlegenden Ideen haben im Laufe der europäischen Geschichte dazu beigetragen, Mauern einzureißen und Abgründe zu überwinden.

Was also tun?

Als Verfassungspatrioten stehen wir zu den freiheitlichen Errungenschaften unseres Grundgesetzes. Als überzeugte Europäer stehen wir zu den vertraglichen Verpflichtungen, die Deutschland im Rahmen der europäischen Einigung eingegangen ist. Angesichts der verstörenden Bilder von Zerstörung und Tod, von Flucht und Elend sehen wir uns den Geboten humanitärer Hilfe verpflichtet. Im Falle von Nothilfe halten wir nationale Obergrenzen, ob stündliche, tägliche, monatliche oder jährliche für unpraktikabel und falsch. Die Abschottung durch Mauern und Zäune mit Stacheldraht, wie sie in totalitären Regimen üblich ist, lehnen wir als Mittel der Flüchtlingsabwehr ab.

Sicherlich muss der aktuelle Zuzug von Schutzsuchenden wirksam reduziert werden, um Staat und Gesellschaft in Deutschland nicht zu überfordern und um die in unserem Land lebenden Flüchtlinge und Asylberechtigten nachhaltig integrieren zu können.

Dabei setzen wir auf eine europäische Lösung, die die EU-Außengrenzen gemeinsam schützt und durch zentrale Anlaufstellen und Aufnahmezentren in Griechenland und Italien eine Registrierung aller ankommenden Flüchtlingen ermöglicht. Bei der Verteilung der Flüchtlinge setzen wir trotz derzeit ablehnender Haltung einiger Länder nach wie vor auf die europäische Solidarität. Eine Lösung der internationalen Flüchtlingssituation erfordert auch eine enge Zusammenarbeit mit den Transit- und Herkunftsländern außerhalb Europas.

Wir müssen auch zusammen mit unseren europäischen Partnern vor allem die Fluchtursachen bekämpfen. So müssen z. B. das UN-Flüchtlingshilfswerk und das UN-Welternähungsprogramm finanziell unterstützt werden, um die Versorgung syrischer Flüchtlinge in Nachbarstaaten des Bürgerkriegslandes sicherzustellen und den Flüchtlingskindern den Schulbesuch zu ermöglichen, bis es endlich wieder zu einem Frieden in Syrien kommt.

In unserem eigenen Land müssen wir jetzt die große Aufgabe der nachhaltigen Integration der bei uns bleibenden Kriegsflüchtlinge und Asylberechtigten entschlossen angehen. Diese Aufgabe wird sicherlich viel Einsatz verlangen und uns vor so manche Herausforderung stellen.
Wir vertrauen aber auf die Stärke der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Menschen, die gerade in Fragen der Integration millionenfach Beachtliches geleistet haben von den Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und den Spätaussiedlern nach der Wiedervereinigung über diejenigen, die man als Gastarbeiter gerufen hat und die als Menschen kamen und blieben, bis zu den Boat-People der Cap Anamur nach dem Vietnamkrieg und nicht zuletzt den Fortschritten im noch immer nicht ganz vollendeten Zusammenwachsen der alten und neuen Bundesländer. Bei all diesen Beispielen waren Staat und Zivilgesellschaft in gleicher Weise gefordert.

Wir sind ein starkes Land, auf das wir stolz sein können. Wir wollen auch weiterhin stolz auf unser Land sein können. Deswegen sagen wir Nein! zu all jenen politisch und gesellschaftlich untauglichen Mitteln, die eher an die unseligen Zeiten vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland erinnern.

Deshalb hier und heute unsere Bitte an Sie alle:

Knüpfen Sie mit an an die besten Traditionen unseres Gemeinwesens! Helfen Sie mit, der humanitären Katastrophe ein menschliches Miteinander entgegenzusetzen! Reichen Sie den notleidenden Kriegsflüchtlingen und politisch Verfolgten eine helfende Hand! Dann können wir gemeinsam mit vielen sicher sein im Optimismus unseres

„Wir schaffen das!“

 

Wollen auch Sie den Münsterländer Appell unterzeichnen? Tragen Sie sich hier ein.

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